Weltmissionskonferenz 1910
Geschichte
Die Geschichte der Missionsakademie reicht zurück bis zum Hamburger Kolonialinstitut. An diesem Institut lehrte Carl Mirbt seit 1909 Missionsgeschichte. Auf der Weltmissionskonferenz von Edinburgh (1910) wurde die Einrichtung einer akademischen Ausbildungsstätte für Missionare gefordert, doch es fehlten die finanziellen Mittel zur Umsetzung.
Missionarsanwärter, die nach dem Ersten Weltkrieg an der aus dem Kolonialinstitut hervorgegangenen Universität in Hamburg studierten, wurden im Rauhen Haus untergebracht. Sie besuchten Vorlesungen bei Martin Schlunk, der seit 1914 am Kolonialinstitut Missionswissenschaft lehrte, und wurden von Carl Meinhoff betreut, der afrikanische Sprachen unterrichtete. Erst 1955, im Zuge der Gründung einer theologischen Fakultät, wurde die lang geplante Stiftung „Missionsakademie” an der Universität Hamburg vom Senat anerkannt. Zu diesem Zeitpunkt etablierte sich die Ökumenische Bewegung vor dem Hintergrund der Dekolonisierung. Freytags Ausspruch „Mission ist nicht mehr Mission” beschrieb die Suche nach einem ökumenischen Missionsverständnis, das auf die Weltmissionskonferenz in Willingen im Jahr 1952 zurückging.
In den 1960er und 1970er Jahren erfolgte im Horizont der Befreiungstheologien eine Politisierung des Missionsverständnisses. In den 1990er Jahren kam es in der Auseinandersetzung mit der charismatischen Bewegung hingegen zu einer stärkeren Pluralisierung. Der gegenwärtige dekoloniale Diskurs führte zu einer vertieften Aufarbeitung der kolonialen Verstrickungen der europäischen Missionsbewegung. Die Missionsakademie wurde in Folge in „Akademie für Internationale Ökumene” umbenannt, ohne das erfolgreiche Stipendienprogramm aufzugeben.
Bislang konnten über 100 Theolog:innen aus Asien, Afrika und Lateinamerika ihre Promotions- bzw. Magisterabschlüsse an der Universität Hamburg ablegen. Viele von ihnen arbeiten heute in verantwortungsvollen Positionen ihrer Hochschulen oder Heimatkirchen.